Sonntag, 2. September 2012

Wir stricken unser Leben ...

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Wir alle stricken unser Leben jeden Tag ein Stück weiter.
Die einen sticken liebevoll und sorgsam; 
man merkt welche Freude es ihnen bereitet, 
ihr Lebenswerk zu gestalten. 
 
Die andren stricken mühevoll und ungern. 
Man merkt welche Kraft und Mühe es sie kostet, 
ihren Lebensfaden jeden Tag neu aufzunehmen.
Manche wählen ein kompliziertes Muster,
 andere ein ganz schlichtes. 
 
Bei den einen ist es ein buntes Maschenwerk, 
bei den anderen ein Stück in tristen Farben.
Nicht immer können wir die Farben selber wählen, 
und auch die Qualität der Wolle wechselt; 
mal weiß und flauschig weich, mal grau und kratzig.
Und öfter lässt man eine Masche fallen,
 oder sie fallen ohne unser Zutun und zurück bleiben Löcher 
und ein unvollständiges Muster. 
 
Manchmal reißt der Faden und es hilft nur ein Knoten.
Wenn wir unser Leben betrachten, 
wissen wir genau, welche Stellen das sind.
Und oft geschieht es, 
dass einer sein Strickzeug in die Ecke wirft.
Es bleibt uns verborgen, 
wie viel Lebensfaden wir noch zu verstricken haben.
Aber wir haben die Nadeln in der Hand,
 können das Muster wechseln,
 die Technik und das Werkzeug. 
 
Nur aufribbeln können wir nichts, 
auch nicht ein kleines, winziges Stück.
Aber wie es auch geworden sein mag,
 das Strickwerk unseres Lebens, 
in Gottes Augen ist es einmalig und kostbar.
Unter seinem liebevollen Blick lösen sich 
Knoten Verdrehungen, wird Fehlendes ergänzt, 
verwandeln sich Laufmaschen in Muster. 
 
Mit sicherer Hand fügt er unser Strickzeug ein
 ins Ganze seines großen,  
wunderbaren Schöpfmusters.
 
( Kristiane Allert - Wybranietz )
 
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